Was ist Sophos AI Defense?
Sophos AI Defense ist eine Sicherheits- und Governance-Erweiterung in Sophos Fusion, der Plattform, auf die Sophos die Central-Konten umstellt. Das Add-on macht sichtbar, welche KI-Dienste, eingebetteten KI-Funktionen und KI-Agenten im Unternehmen laufen, stuft jede Anwendung nach Risiko ein und setzt Regeln durch, die eine App erlauben, mit Warnhinweis zulassen oder blockieren. Shadow AI, also KI-Dienste, die Mitarbeiter ohne Freigabe der IT nutzen, erscheint damit im selben Inventar wie die freigegebenen Werkzeuge. Was Sophos AI Defense nicht ist: keine KI-gestützte Virenerkennung und keine eigene Plattform. Es nutzt vorhandene Komponenten wie Sophos Endpoint und Sophos Firewall als Sensoren und führt deren Signale in Sophos Fusion zusammen. Ein zusätzlicher Agent ist nicht nötig. Wie die Erkennung im Einzelnen abläuft und wo die Grenzen liegen, erklärt unser Artikel wie Sophos AI Defense funktioniert.
Die vier Bausteine von Sophos AI Defense
Sophos AI Defense arbeitet in vier Schritten, die aufeinander aufbauen: erkennen, bewerten, durchsetzen, reagieren. Jeder Schritt nutzt das Ergebnis des vorherigen. Ohne Inventar gibt es keine Bewertung, ohne Bewertung keine sinnvolle Regel, ohne Regel keine Erkennung, die das Security-Team erreicht.
Erkennung: Welche KI-Werkzeuge werden genutzt?
Das Add-on inventarisiert die KI-Nutzung im Unternehmen: nicht freigegebene Dienste wie ChatGPT, Claude.ai, Copilot oder Gemini, freigegebene Werkzeuge mit ungeprüfter Nutzung, in andere Software eingebettete KI sowie Agenten- und Coding-Apps wie Claude Code und Cursor. Als Sensoren dienen derzeit Sophos Endpoint auf verwalteten Geräten, die Sophos Firewall für den Netzwerkverkehr auch nicht verwalteter Geräte und Sophos Linux Server. DNS Protection und Protected Browser nennt Sophos als weitere Datenquellen. Je Anwendung sieht die IT, wer sie nutzt und wie oft.
Bewertung: Welche Nutzung ist riskant?
Jede erkannte Anwendung erhält eine Risikostufe von Low bis Critical. Sophos bewertet dafür unter anderem die Compliance-Nachweise des Anbieters und ob er Nutzereingaben zum Training seiner Modelle verwendet. Dazu kommt der Kontext der Nutzung: Wer greift zu, mit welcher Rolle und welchen Berechtigungen, auf welche Daten und mit welchem Verhalten. So lässt sich die freigegebene Nutzung durch einen Entwickler von der Nutzung eines unbekannten Dienstes über ein Konto mit weitreichenden Rechten unterscheiden.
Durchsetzung: Richtlinien direkt am Nutzungspunkt
Richtlinien legen je Anwendung oder nach Merkmalen wie der Risikostufe fest, ob sie erlaubt, mit Warnhinweis zugelassen oder blockiert wird (Allow, Warn, Block), gezielt für Benutzer, Gruppen oder Netzwerke. Kontrollpunkte sind Sophos Endpoint auf dem Gerät und die Sophos Firewall im Netzwerk. Für freigegebene GenAI-Dienste greift der Protected Browser direkt während der Nutzung, auch bei Prompts und Uploads. Sophos Workspace Protection mit dem Protected Browser ist im Add-on nicht enthalten und wird bei Bedarf separat lizenziert.
Reaktion: Einbindung in Detection & Response
Neue oder nicht genehmigte KI-Aktivität und Nutzung mit hohem Risiko erzeugen Erkennungen mit einem Threat Score von 0 bis 10 und einem Schweregrad. Sie landen in denselben Abläufen wie jede andere Erkennung: Mit Sophos XDR untersucht das eigene Team den Fall in Sophos Fusion, mit Sophos MDR übernehmen die Sophos-Analysten rund um die Uhr. Ein separater Prozess für KI-Vorfälle ist nicht nötig, Playbooks und Eskalationswege bleiben dieselben.
Voraussetzungen: Wer braucht was für Sophos AI Defense?
Sophos AI Defense ist ein Add-on und läuft nicht eigenständig. Es setzt eine gültige Lizenz für Sophos EDR, XDR oder MDR voraus, also Sophos Endpoint und XDR in einer Edition mit EDR oder Sophos MDR, dazu ein Konto, das auf die neue Sophos-Fusion-Plattform mit Security Operations umgestellt ist. Diese Umstellung nimmt Sophos schrittweise vor und beschreibt sie als Upgrade ohne Migration: keine neuen Agenten, keine Neuinstallation, keine Ausfallzeit. Was Ihnen je nach Ausgangslage noch fehlt, zeigt die Tabelle.
| Ihr heutiger Stand | Was für AI Defense fehlt | Nächster Schritt |
| nur Sophos Firewall | Endpoint-Lösung mit EDR | Zuerst eine Endpoint-Lösung mit EDR einführen, zum Beispiel Central Endpoint mit EDR. Die Firewall bleibt danach als Sensor für nicht verwaltete Geräte im Einsatz. |
| Central Endpoint ohne EDR | Upgrade auf Sophos EDR | Upgrade auf Sophos EDR, danach Sophos AI Defense in derselben Menge. Welche Edition zu Ihrer Umgebung passt, klären wir in der Kaufberatung. |
| Sophos EDR oder XDR vorhanden | Sophos AI Defense Lizenz + ggf. Fusion-Upgrade prüfen | Prüfen, ob das Konto schon auf Sophos Fusion läuft, dann die Sophos AI Defense Lizenz in der Menge der vorhandenen User und Server bestellen. |
| Sophos MDR vorhanden | Sophos AI Defense Lizenz + ggf. Fusion-Upgrade prüfen | Fusion-Stand des Kontos prüfen, dann die Sophos AI Defense Lizenz in der Menge der MDR-Lizenz bestellen. Die Erkennungen bearbeitet anschließend das Sophos-MDR-Team. |
Worauf kommt es beim Kauf einer Sophos AI Defense Lizenz an?
Beim Kauf einer Sophos AI Defense Lizenz entscheiden fünf Punkte darüber, ob die Bestellung auf Anhieb passt: die vorhandene Grundlizenz, die Anzahl der User und Server, die Laufzeit im Verhältnis zur Grundlizenz, der Stand des Produkts und die Frage, wer vorab prüft, ob Ihr Konto bereit ist.
- Ausgangslizenz prüfen: Das Add-on setzt Sophos EDR, Sophos XDR oder Sophos MDR voraus. Sophos Endpoint ohne EDR reicht nicht, eine Sophos Firewall allein ebenso wenig. Bestandskunden prüfen zusätzlich, ob ihr Konto bereits auf die neue Sophos-Fusion-Plattform mit Security Operations umgestellt ist. Erst dann lässt sich Sophos AI Defense im Menü My Products einrichten; der Assistent fragt die Sensoren ab und schlägt je erkannter App eine Regel vor.
- Anzahl User und Server: Lizenziert wird je User und je Server, zum selben Preis. Die Menge muss der vorhandenen EDR-, XDR- oder MDR-Lizenz entsprechen, Clients und Server zusammengezählt. Eine Teillizenzierung sieht Sophos nicht vor. Beispiel: 40 User und 6 Server ergeben 46 Lizenzen in der Staffel 25 bis 49. In der kleinsten Staffel (1 bis 9) kostet eine Lizenz 60,62 € netto für 12 Monate, größere Staffeln sind günstiger (Stand Oktober 2026).
- Laufzeit und Verlängerung: Im Shop direkt bestellbar sind 12, 24 und 36 Monate, andere Laufzeiten von 1 bis 60 Monaten stellen wir auf Anfrage zusammen. Die Laufzeit sollte nicht über das Ende der Grundlizenz hinausgehen, denn ohne EDR, XDR oder MDR arbeitet das Add-on nicht. Die Sophos AI Defense Verlängerung bestellen Sie am besten vor dem Ablauf, damit Inventar und Richtlinien ohne Lücke weiterlaufen.
- Verfügbarkeit und Roadmap: Sophos AI Defense lief seit August 2026 im Early Access und ist seit dem 13. Oktober 2026 allgemein verfügbar. Bei UTMshop ist die Lizenz bestellbar. Die Prüfung von Prompts und Uploads im Browser läuft über Sophos Workspace Protection. Die Angaben zur Datenverarbeitung, etwa Speicherort und Aufbewahrung, hat Sophos noch nicht veröffentlicht, wir ergänzen sie hier, sobald sie vorliegen. Neue Funktionen aus der Sophos-Roadmap folgen ebenso.
- Beratung durch UTMshop: Als Sophos Titanium Partner prüfen unsere zertifizierten Sophos-Techniker vor der Bestellung kostenlos Ihren Lizenzstand: Welche Grundlizenz ist vorhanden, läuft das Konto schon auf Sophos Fusion, wie viele User und Server sind zu lizenzieren und welche Laufzeit passt zur bestehenden Lizenz. So stimmt die Bestellung beim ersten Mal, ohne Nachbesserung und ohne doppelte Laufzeiten. Kaufberatung anfragen.