Sophos Firewall v22 EAP: Secure by Design auf neuem Level
Das Wichtigste in 30 Sekunden
SFOS v22 stärkt Systemhärtung, Integritätsüberwachung und die Trennung sicherheitskritischer Komponenten.
Konfigurationen werden mit CIS-Benchmarks und Best Practices verglichen und auf mögliche Risiken geprüft.
Eine modernisierte Control Plane und stärker isolierte Dienste bilden die technische Basis für weitere Entwicklungen.
Der integrierte XDR Linux Sensor überwacht Systemzustände und erkennt verdächtige Veränderungen.
Neue Erkennungsmechanismen, Threat Scores und NDR-Funktionen erweitern die Sichtbarkeit auf Bedrohungen.
Speicher, SSD-Firmware und Plattformkompatibilität sollten vor einem Upgrade kontrolliert werden.
Sophos Firewall v22: Was brachte der Early Access?
Mit Sophos Firewall OS v22 (SFOS v22) leitete Sophos eine größere technische Weiterentwicklung der Firewall-Plattform ein.
Im Mittelpunkt standen nicht nur neue Funktionen, sondern vor allem grundlegende Änderungen an Architektur, Systemhärtung, Integritätsüberwachung, Management und Detection and Response.
Dazu gehörten unter anderem der neue Firewall Health Check, eine weiterentwickelte Xstream-Architektur, ein gehärteter Linux-Kernel, Remote Integrity Monitoring, eine neue Anti-Malware-Engine sowie zusätzliche NDR- und Management-Funktionen.
Einen Überblick über die nächste Firewall-Generation finden Sie in unserem Beitrag Sophos Firewall v23: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick .
Direkt zu den wichtigsten Neuerungen
Secure by Design: Sicherheit als Architekturprinzip
Internetbasierte Infrastrukturen wie Firewalls sind selbst ein attraktives Angriffsziel.
Sophos orientiert sich deshalb an Secure-by-Design-Prinzipien und hat über mehrere SFOS-Versionen hinweg zusätzliche Härtungsmaßnahmen integriert.
- Over-the-Air-Hotfixes für schnelle Sicherheitskorrekturen
- Überwachung relevanter Systemzustände
- Automatische Erkennung sicherheitsrelevanter Auffälligkeiten
- Stärkere Trennung und Isolation von Komponenten
SFOS v22 führte diese Entwicklung fort und erweiterte sie um tiefgreifende Architekturänderungen.
Eine Firewall soll nicht nur Netzwerkverkehr schützen, sondern auch ihre eigene Konfiguration, ihre Systemkomponenten und ihre Integrität möglichst kontinuierlich überwachen.
Firewall Health Check
Fehlkonfigurationen erkennen und gezielt beheben
Der mit SFOS v22 eingeführte Firewall Health Check analysiert zahlreiche Konfigurationsparameter der Sophos Firewall.
Die Einstellungen werden unter anderem mit CIS-Benchmarks und weiteren Best Practices verglichen.
Der Health Check soll unter anderem:
- Hochrisiko-Einstellungen identifizieren,
- Konfigurationen nach Sicherheitskategorien bewerten,
- Problembereiche im Control Center sichtbar machen,
- einen direkten Drill-down zu auffälligen Einstellungen ermöglichen.
Ein vollständiger Bericht ist unter Monitor and Analyze → Firewall Health Check verfügbar.
Eine Firewall funktioniert technisch, enthält aber eine unnötig weit gefasste oder sicherheitskritische Konfiguration. Der Health Check kann solche Einstellungen sichtbar machen, bevor daraus ein konkretes Sicherheitsproblem entsteht.
Sie möchten Ihre bestehende Firewall zusätzlich strukturiert überprüfen lassen? Informationen zu unserem Sophos-XGS-Health-Check finden Sie im UTMshop-Supportbereich.
Xstream-Architektur & gehärteter Kernel
Next-Gen Xstream Architecture
Seit SFOS v18 bildet die Xstream-Architektur einen zentralen Bestandteil der Sophos Firewall.
Mit v22 wurde diese Architektur grundlegend weiterentwickelt.
| Änderung | Ziel |
|---|---|
| Neue Control Plane | Modularere und stärker isolierte Systemarchitektur |
| Containerisierte Dienste | Dienste stärker voneinander trennen |
| Privilegientrennung | Auswirkungen kompromittierter Komponenten begrenzen |
| HA Self-Healing | Systemzustände überwachen und Abweichungen automatisiert behandeln |
| Hardwareunabhängigkeit | Architektur für XGS, virtuelle und Software-Firewalls nutzbar machen |
Die Architektur bildet gleichzeitig die Grundlage für weitere Entwicklungen wie zusätzliche Automatisierung und moderne APIs.
Gerade diese Entwicklung wird mit Sophos Firewall v23 weitergeführt.
Hardened Kernel
SFOS v22 basiert auf einem modernisierten und gehärteten Linux-Kernel.
Zu den im ursprünglichen v22-Kontext beschriebenen Maßnahmen gehören:
- Mitigations für bekannte CPU-Schwachstellen wie Spectre, Meltdown, L1TF, MDS, Retbleed, ZenBleed und Downfall
- verbesserte Prozessisolierung
- Schutzmechanismen gegen Side-Channel-Angriffe
- Hardened Usercopy
- Stack Canaries
- KASLR – Kernel Address Space Layout Randomization
Neben der Sicherheit spielt auch die Kompatibilität mit aktueller und zukünftiger Hardware eine Rolle.
Aktuelle Hardware finden Sie bei unseren Sophos XGS Firewalls .
XDR, Integritätsüberwachung & Anti-Malware
Remote Integrity Monitoring mit dem XDR Linux Sensor
Sophos Firewall OS v22 integriert den Sophos XDR Linux Sensor direkt in das Betriebssystem.
Der Sensor unterstützt die kontinuierliche Überwachung sicherheitsrelevanter Systemzustände.
Er kann unter anderem Hinweise liefern auf:
- nicht autorisierte Konfigurationsänderungen,
- ungewöhnliche Datei- oder Prozesseigenschaften,
- Manipulationsversuche,
- Ausführungsversuche verdächtiger Programme.
Dadurch erhält Sophos zusätzliche Telemetrie, um Auffälligkeiten innerhalb der Firewall-Plattform besser erkennen und analysieren zu können.
Der XDR-Sensor auf der Firewall ersetzt keine vollständige Endpoint-XDR- oder MDR-Strategie. Er ergänzt vielmehr die verfügbaren Telemetriedaten um Informationen aus der Firewall selbst.
Weitere Informationen und passende Lizenzen finden Sie bei Sophos XDR und Endpoint Protection sowie bei Sophos MDR .
Neue Anti-Malware-Engine
Die in SFOS v22 eingeführte beziehungsweise überarbeitete Anti-Malware-Architektur kombiniert verschiedene Erkennungsverfahren.
- globale Reputationsinformationen aus SophosLabs,
- Machine-Learning- beziehungsweise AI-basierte Modelle,
- Erkennung bislang unbekannter Bedrohungen,
- zusätzliche Telemetrie für Bedrohungsanalysen.
Dadurch sollen bekannte und bislang unbekannte Schadprogramme möglichst früh erkannt werden.
NDR, Threat Response & Management
Active Threat Response Logging
SFOS v22 erweitert die Sichtbarkeit im Bereich Active Threat Response.
Zu den beschriebenen Verbesserungen gehören:
- granularere Logs für ein- und ausgehenden Traffic,
- Abgleich mit NDR Essentials, MDR-Informationen und externen Threat Feeds,
- Reduzierung von unnötigem Log-Rauschen bei bestimmten Ereignissen,
- bessere Zuordnung externer IP-Adressen zu auffälligen Geräten.
NDR Essentials & Threat Score
Threat Scores können direkter in die Analyse von Netzwerkereignissen einfließen.
In Verbindung mit Sophos Central , XDR oder MDR entstehen zusätzliche Möglichkeiten, Netzwerkaktivitäten mit anderen Telemetriedaten zu korrelieren.
Sophos Network Detection and Response ist im UTMshop ebenfalls als Produkt beziehungsweise Add-on verfügbar.
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Weitere Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen
- Auswahl geeigneter Rechenzentren für Flow-Analysen
- Web-Category-Alerts mit Benutzer-, Domain- und Kategorieinformationen
- erweiterte XML-API-Steuerung mit mehr IP- und Netzwerkobjekten
- TLS 1.3 für relevante Verwaltungs- und Portalbereiche
- HTTP/2-Unterstützung
Management und Bedienkomfort
Auch die Administration wurde mit v22 in mehreren Bereichen weiterentwickelt.
| Funktion | Nutzen |
|---|---|
| Navigation | Schnellerer Wechsel zwischen Verwaltungsbereichen |
| SNMP Hardware Monitoring | Überwachung von Hardwarezuständen wie Temperatur, Lüfter, PSU und teilweise PoE |
| sFlow Monitoring | Netzwerkdaten an mehrere Collector-Ziele übertragen |
| UI-Verbesserungen | Pagination, Suche und Filter in umfangreichen Konfigurationen |
SG-UTM-Migration & Compliance
Im Hinblick auf die Migration älterer Sophos-UTM-Umgebungen wurden mit v22 weitere Funktionen ergänzt.
- Unterstützung stärkerer Hash-Verfahren für OTP-Tokens
- MFA für WAF-Szenarien
- Audit-Trail-Logs mit Vorher-/Nachher-Informationen
- XML-Export mit Hervorhebung geänderter Werte
- stärkere serverseitige Session-Steuerung bei WAF
Upgrade auf SFOS v22 vorbereiten
Speicher- und Firmware-Voraussetzungen
Mit SFOS v22 wurden zusätzliche Anforderungen an Speicherplatz und bestimmte Hardwarezustände eingeführt.
Gerade bei älteren, virtuellen oder softwarebasierten Installationen können deshalb vor einem Upgrade Warnhinweise erscheinen.
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| FWDS501 | Nicht ausreichend Gesamtspeicher für das Upgrade |
| FWDS502 | Zu wenig freier Speicherplatz unter /var |
| FWDS503 | Problem mit verfügbarem Platz unter /content |
| FWDS504 | Veraltete beziehungsweise zu prüfende SSD-Firmware |
| FWDS505 | SSD-Gesundheitsprüfung beziehungsweise Support-Prüfung erforderlich |
Welche Hardware eignet sich für aktuelle SFOS-Versionen?
Für aktuelle Sophos-Firewall-Umgebungen stehen die Sophos XGS Firewalls zur Verfügung.
Bei älteren Appliances sollte vor einem Versionswechsel immer geprüft werden, ob die eingesetzte Hardware die gewünschte SFOS-Version unterstützt.
Wie lief das damalige EAP-Upgrade ab?
Während des ursprünglichen Early Access wurde das Upgrade nicht automatisch verteilt.
Die Installation musste aktiv angestoßen werden, beispielsweise über das entsprechende Upgrade-Paket beziehungsweise über die EAP-Registrierung.
Nach dem Start erfolgte der eigentliche Upgrade-Prozess weitgehend automatisiert.
Welche v22-Funktion ist für welche Umgebung besonders interessant?
| Umgebung | Besonders relevant |
|---|---|
| Security Audit | Firewall Health Check und Audit-Trail |
| XDR-/MDR-Umgebung | XDR Linux Sensor, Integritätsüberwachung und NDR-Telemetrie |
| HA-Cluster | Modernisierte Xstream-Architektur und Self-Healing-Ansätze |
| Compliance | Audit-Trail, MFA und nachvollziehbare Konfigurationsänderungen |
| Große Netzwerke | sFlow, SNMP, API-Erweiterungen und Management-Optimierungen |
| SG-/ältere Plattformen | Migrationsplanung und Prüfung aktueller XGS-Hardware |
Unsere Empfehlung
Besonders relevant sind der Firewall Health Check, die modernisierte Xstream-Architektur, die stärkere Systemhärtung, der integrierte XDR-Sensor sowie die zusätzlichen NDR- und Audit-Funktionen.
Für aktuelle produktive Installationen sollten heute allerdings nicht mehr die damaligen EAP-Empfehlungen, sondern die aktuellen v22-Release Notes und Maintenance Releases herangezogen werden.
Häufige Fragen zu Sophos Firewall v22
Ist Sophos Firewall v22 noch Early Access?
Nein. Dieser Artikel entstand ursprünglich während des Early Access. SFOS v22 ist inzwischen allgemein verfügbar.
Was war eine der wichtigsten Neuerungen von SFOS v22?
Eine der zentralen Neuerungen war die weiterentwickelte Secure-by-Design-Architektur mit Firewall Health Check, Systemhärtung und zusätzlicher Integritätsüberwachung.
Was macht der Firewall Health Check?
Er analysiert zahlreiche Konfigurationseinstellungen und vergleicht diese mit Sicherheitsbenchmarks und Best Practices, um mögliche Fehlkonfigurationen sichtbar zu machen.
Welche Rolle spielt XDR in SFOS v22?
Ein integrierter XDR Linux Sensor liefert zusätzliche Telemetrie zur Integrität und zu sicherheitsrelevanten Vorgängen auf der Firewall selbst.
Kann SFOS v22 auf jeder alten Sophos Firewall installiert werden?
Nein. Vor einem Upgrade müssen Hardware, Speicheranforderungen und Plattformunterstützung geprüft werden.
Was folgt nach SFOS v22?
Sophos arbeitet inzwischen an SFOS v23, das sich aktuell im Early Access Program befindet.
Wie geht es mit Sophos Firewall v23 weiter?
Viele Grundlagen aus v22 werden mit Sophos Firewall OS v23 weiterentwickelt.
Dazu gehören unter anderem:
- eine moderne REST API,
- der AI Firewall Assistant,
- eine neue Regelverwaltung,
- Verbesserungen bei High Availability,
- erweiterte Identity-Integration,
- Neuerungen bei WAF und Netzwerkdiensten.
Fazit: SFOS v22 legte wichtige Grundlagen für die heutige Firewall-Plattform
Sophos Firewall OS v22 war vor allem deshalb ein relevantes Release, weil nicht nur einzelne Funktionen ergänzt wurden.
Vielmehr wurden zentrale Bereiche der Firewall-Plattform modernisiert:
- Secure-by-Design-Härtung
- Firewall Health Check
- modernisierte Xstream-Architektur
- gehärteter Kernel
- XDR-basierte Integritätsüberwachung
- weiterentwickelte Anti-Malware-Erkennung
- NDR- und Threat-Response-Funktionen
- Audit- und Compliance-Funktionen
Viele dieser Grundlagen werden mit SFOS v23 konsequent weiterentwickelt.
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Weiterführende Artikel
- Sophos Firewall v22.0 GA: Wichtige Änderungen und bekannte Fallstricke
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- Sophos Firewall v23: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
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