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Sophos Firewall v22.0 GA: Technische Änderungen, bekannte Einschränkungen und Workarounds

Hinweis zum Versionsstand: Sophos Firewall OS v22.0 ist seit Dezember 2025 allgemein verfügbar. Mit SFOS v23 befindet sich inzwischen bereits die nächste Sophos-Firewall-Version im Early Access Program.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

NAT & DNAT
Nach dem Upgrade kann die ausgehende Schnittstelle beim NAT-Matching entscheidend sein.
Bridge & VLAN
VLAN-Filter auf Bridge-Interfaces können Traffic und Management-Zugriff beeinträchtigen.
IPsec & SNAT
Bei policy-basiertem IPsec kann eine Standard-SNAT-Regel unerwartet in den Datenfluss eingreifen.
Hostgruppen
Gruppen mit mehr als 256 Hosts können zu unerwartetem Matching-Verhalten führen.
PPPoE & IPv6
Bestimmte PPPoE-Konfigurationen benötigen besondere Aufmerksamkeit bei Performance und IPv6.
Upgrade vorbereiten
NAT, Bridge, VPN und Hostgruppen sollten vor einem produktiven Upgrade gezielt geprüft werden.

Sophos Firewall v22.0 GA: Was ist beim Upgrade wichtig?

Seit Dezember 2025 ist Sophos Firewall OS v22.0 (SFOS v22) allgemein verfügbar.

In der Praxis sind dabei insbesondere Änderungen und bekannte Einschränkungen rund um NAT-Matching, Bridge-Konfigurationen, VPN, Hostgruppen und PPPoE relevant.

Abhängig von der vorhandenen Konfiguration können diese Punkte spürbare Auswirkungen auf produktive Umgebungen haben.

Wichtig: Nicht jede der nachfolgend beschriebenen Besonderheiten betrifft jede Sophos Firewall. Entscheidend ist, welche NAT-, VPN-, Bridge-, PPPoE- und Netzwerkfunktionen in der jeweiligen Umgebung tatsächlich verwendet werden.

Wer vor dem Upgrade die relevanten Bereiche gezielt kontrolliert, kann Probleme bei Analyse, Rollback und Wiederherstellung deutlich reduzieren.

Direkt zu den wichtigsten Themen

NAT & DNAT in Sophos Firewall v22.0

Kernänderung: NAT-Matching nutzt die ausgehende Schnittstelle

Mit SFOS v22.0 wird die Funktionsweise des Schnittstellenabgleichs in NAT-Regeln besonders relevant.

Die ausgehende Schnittstelle wird als Matching-Kriterium einer NAT-Regel berücksichtigt.

Gleichzeitig wurde beschrieben, dass bestimmte Kriterien in früheren Versionen nicht immer korrekt wirkten. Dadurch konnten NAT-Regeln teilweise auch dann funktionieren, wenn sie anhand ihrer eigentlichen Konfiguration nicht hätten greifen sollen.

Praxisbeispiel:
Eine DNAT-Regel funktioniert nach dem Upgrade plötzlich nicht mehr wie erwartet. In diesem Fall sollte unter anderem geprüft werden, welche ausgehende Schnittstelle in der NAT-Regel konfiguriert ist.

Empfohlene Maßnahme bei DNAT-Problemen

Bei betroffenen DNAT-Regeln kann die ausgehende Schnittstelle auf „Beliebig (Any)“ gesetzt werden, um das erwartete Matching wiederherzustellen.

Wichtig: Quelle, Ziel, Dienste und weitere Matching-Kriterien müssen weiterhin separat geprüft werden. „Any“ sollte deshalb nicht als pauschaler Workaround für jede NAT-Konfiguration verstanden werden.

Bridge & VLAN-Filter

Bridge-VLAN-Filter kann Traffic und Management beeinträchtigen

Bekannte Ticket-ID: NC-171003

Wenn VLAN-Filterung auf einer Bridge-Schnittstelle aktiviert ist, kann dies den Datenverkehr über diese Schnittstelle beeinträchtigen.

Gleichzeitig kann der Zugriff auf die Sophos Firewall über diese Schnittstelle betroffen sein.

Wichtiger Upgrade-Hinweis: In einer entsprechend betroffenen Umgebung kann ein Upgrade ohne vorherige Prüfung dazu führen, dass der Management-Zugriff über die Bridge nicht mehr funktioniert.

Laut den zugrunde liegenden Hinweisen gibt es dafür keine alternative Lösung, die per Hotfix bereitgestellt werden kann. Eine Korrektur wurde für ein folgendes SFOS-Update vorgesehen.

Workaround

Als Workaround kann die VLAN-Filterkonfiguration auf der Bridge entfernt werden.

IPsec, SNAT & Blackhole-NAT

Policy-based IPsec und Standard-SNAT

Bei policy-basierten IPsec-Konfigurationen wurde beobachtet, dass Traffic einem ausgehenden WAN-Interface zugeordnet werden kann.

Dadurch kann eine vorhandene Standard-SNAT-Regel greifen und den eigentlich für den VPN-Tunnel bestimmten Datenverkehr verändern.

Möglicher Workaround:
Vor der Standard-SNAT-Regel eine spezifische NAT-Regel anlegen, damit der betreffende VPN-Traffic nicht zuvor maskiert wird.

Blackhole-NAT: mögliche Seiteneffekte

Eine Blackhole-NAT-Regel kann nach Neustarts oder Konfigurationsänderungen auch unerwartet RED-Verbindungen oder andere Dienste beeinflussen, wenn diese in den entsprechenden Adressbereich matchen.

Als Lösung kann eine zusätzliche oder alternative NAT-Regel eingesetzt werden, die die benötigten Verbindungen gezielt zulässt beziehungsweise das Matching entsprechend bereinigt.

Hostgruppen mit mehr als 256 Einträgen

Bekannte Ticket-ID: NC-171031

Enthält eine Hostgruppe mehr als 256 Hosts, können darüber hinausgehende Einträge nicht korrekt aufgenommen werden.

Auswirkungen sind überall dort möglich, wo die entsprechende Hostgruppe verwendet wird.

Bereich Mögliche Auswirkung
Firewall-Regeln Nicht alle erwarteten Hosts werden berücksichtigt
NAT-Regeln Matching kann von der erwarteten Konfiguration abweichen
SD-WAN Gebundene Hostgruppen können unvollständig wirken
Workaround:
Große Hostgruppen auf mehrere Gruppen mit jeweils weniger als 256 Hosts aufteilen und diese an den benötigten Stellen verwenden.

PPPoE, Performance & IPv6

PPPoE/NAT: Konsolenmeldung „Ungültige Regel-ID“

Bekannte Ticket-ID: NC-170987

Die Meldung kann beim Systemstart auftreten, wenn eine PPPoE-Schnittstelle konfiguriert ist und gleichzeitig als eingehende oder ausgehende Schnittstelle einer NAT-Regel verwendet wird.

Einordnung:
Laut den zugrunde liegenden Hinweisen handelt es sich um eine Konsolenmeldung ohne funktionale Auswirkungen.

PPPoE-Durchsatz und txqueuelen

Für PPPoE-WAN-Verbindungen wurde als praktischer Hinweis beschrieben, nach einem Neustart gegebenenfalls folgenden Wert in der erweiterten Shell zu setzen:

ifconfig PortB_ppp txqueuelen 10000

Dies wurde im ursprünglichen Kontext als Maßnahme genannt, um bei entsprechenden PPPoE-Konfigurationen korrekte Upload-Geschwindigkeiten zu erreichen.

IPv6 über PPPoE und DHCPv6 Prefix Delegation

In einem separaten v22-Kontext wurde beschrieben, dass natives IPv6 im LAN bei bestimmten PPPoE-Anschlüssen praktisch nicht sauber umsetzbar ist, weil DHCPv6 Prefix Delegation (PD) über PPPoE nicht entsprechend unterstützt wird.

Nach der dem ursprünglichen Artikel zugrunde gelegten Sophos-Aussage wurde dieses Thema als Funktionswunsch für die Zukunft eingeordnet.

Einordnung: PPPoE in Verbindung mit IPv6 ist regional unterschiedlich stark relevant. Der Funktionsumfang sollte deshalb für die jeweilige Zugangstechnik des Providers geprüft werden.

Virtuelle Umgebungen und APIC-ID-Mismatch

Bei Installationen auf Hyper-V oder bestimmter Hardware können Boot-Probleme im Zusammenhang mit einem APIC-ID-Mismatch auftreten.

Vor einem Upgrade sollte insbesondere bei virtualisierten Installationen die Kompatibilität der verwendeten Virtualisierungsschicht geprüft werden.

Upgrade auf SFOS v22.0 vorbereiten

Welche Bereiche sollten vorher geprüft werden?

Bereich Vor dem Upgrade prüfen
DNAT Matching der ausgehenden Schnittstelle nachvollziehen
Bridge VLAN-Filter auf Bridge-Interfaces identifizieren
Hostgruppen Gruppen mit mehr als 256 Einträgen aufteilen
VPN / IPsec Prüfen, ob Standard-SNAT in relevante VPN-Flows eingreift
PPPoE Performance, Interface-Konfiguration und IPv6-Anforderungen kontrollieren
Virtualisierung Hypervisor- und Hardwarekompatibilität prüfen

Weitere bekannte Ticket-IDs

Ticket-ID Thema
NC-171003 Bridge-VLAN-Filter beeinträchtigt Traffic beziehungsweise Management
NC-171031 Hostgruppen mit mehr als 256 Einträgen
NC-170987 PPPoE-/NAT-bezogene Konsolenmeldung ohne funktionale Auswirkung
NC-171600 Untersuchung zu SSL/TLS-Inspektions-Widget und Firewall-Sitzungsübersicht

Unsere Empfehlung

Ein Upgrade auf SFOS v22.0 sollte bei komplexeren Umgebungen nicht ohne vorherigen Konfigurations-Check erfolgen.

Besonders relevant sind NAT- und DNAT-Regeln, Bridge-Konfigurationen mit VLAN-Filter, große Hostgruppen, policy-basierte IPsec-Verbindungen sowie PPPoE- und virtualisierte Installationen.

Häufige Fragen zu Sophos Firewall v22.0

Kann eine bestehende DNAT-Regel nach dem Upgrade anders reagieren?

Ja. Bei Problemen sollte insbesondere geprüft werden, welche ausgehende Schnittstelle in der betreffenden NAT-Regel konfiguriert ist.

Können VLAN-Filter auf Bridge-Interfaces problematisch sein?

Ja. In den beschriebenen betroffenen Konfigurationen können sowohl Datenverkehr als auch Management-Zugriff über die Bridge beeinträchtigt werden.

Was passiert bei Hostgruppen mit mehr als 256 Einträgen?

Einträge oberhalb der beschriebenen Grenze können nicht korrekt berücksichtigt werden. Als Workaround sollten große Gruppen aufgeteilt werden.

Betrifft NC-170987 die Funktion der Firewall?

Nach den zugrunde liegenden Hinweisen handelt es sich bei der beschriebenen PPPoE-/NAT-Konsolenmeldung um ein Anzeigeproblem ohne funktionale Auswirkungen.

Sollte eine komplexe Firewall vor dem Upgrade geprüft werden?

Ja. Besonders NAT-, VPN-, Bridge-, Hostgruppen- und PPPoE-Konfigurationen sollten vor dem Update kontrolliert werden.

Wie geht es nach SFOS v22 weiter?

Mit Sophos Firewall OS v23 befindet sich inzwischen bereits die nächste große SFOS-Version im Early Access Program.

Zu den derzeit vorgestellten Neuerungen gehören unter anderem eine neue REST API, der AI Firewall Assistant, Änderungen bei High Availability, DNS, Identity und WAF sowie weitere Netzwerkverbesserungen.

Fazit: SFOS v22.0 vor dem Upgrade gezielt prüfen

Sophos Firewall v22.0 bringt nicht nur neue Funktionen, sondern verändert beziehungsweise konkretisiert auch Verhalten, das bei bestehenden Konfigurationen relevant sein kann.

  • NAT-Regeln sollten hinsichtlich der ausgehenden Schnittstelle geprüft werden.
  • Bridge-VLAN-Filter können Traffic und Management beeinflussen.
  • Policy-based IPsec kann mit Standard-SNAT interagieren.
  • Hostgruppen mit mehr als 256 Hosts sollten aufgeteilt werden.
  • PPPoE- und virtualisierte Umgebungen benötigen besondere Aufmerksamkeit.

Wer die eigene Konfiguration vor dem Upgrade strukturiert prüft, reduziert das Risiko unerwarteter Auswirkungen und vereinfacht die Fehlersuche erheblich.

Links zur weiteren Recherche

Sophos Dokumentation – NAT-Regeln und Matching-Kriterien:
Sophos Dokumentation: NAT-Matching-Kriterien

SUSE Knowledge Base – APIC ID mismatch / CPU-ID / Hypervisor-Kontext:
SUSE Knowledge Base

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Kontakt

ist seit über acht Jahren als Network Security Engineer bei der ito consult GmbH / UTMshop tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf Sophos Central, Endpoint, XDR, MDR und Sophos Firewall. Er ist unter anderem für Sophos Central Endpoint, Sophos XDR und Sophos Firewall zertifiziert.

Zertifizierung:

  • Sophos MDR Sales Consultant
  • Sophos Firewall Sales Consultant
  • Sophos Central Sales Consultant
  • Sophos Central Engineer
  • Sophos Central Technician
  • Sophos Central Architect
  • Sophos Firewall Engineer
  • Sophos Firewall Technician
  • Sophos Firewall Architect

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