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Welche Sophos Firewall Firmware empfehlen wir aktuell?

Stand: 23. Oktober 2026
Dieser Beitrag unterscheidet bewusst zwischen dem neuesten verfügbaren Firmwarestand und einem sinnvollen Zielstand für produktive Sophos-XGS-Umgebungen. Grundlage sind die offiziellen Sophos Release Notes, der dokumentierte Sophos-Firmware-Rollout, Security- und Hotfix-Informationen, öffentlich nachvollziehbare Praxiserfahrungen sowie unsere technische Bewertung.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Neue Upgrades: v22 MR3
SFOS v22 MR3 Build 576 ist aktuell unser bevorzugter Zielstand für neu geplante produktive Upgrades.
Sophos empfiehlt MR3 ausdrücklich
Sophos empfiehlt Kunden mit v22 und anderen unterstützten SFOS-Versionen das Upgrade auf MR3.
Stabile MR2 nicht hektisch umstellen
Eine stabil laufende v22-MR2-Installation muss nicht allein wegen der neueren Versionsnummer ungeplant aktualisiert werden.
MR3 kontrolliert ausrollen
MR3 wurde am 16. Oktober 2026 veröffentlicht. Kritische Systeme sollten geprüft und gestaffelt aktualisiert werden.
Hotfixes aktiviert lassen
Sophos kann wichtige Sicherheitskorrekturen unabhängig von einem vollständigen Firmwareupgrade bereitstellen.
v23 weiterhin EAP
SFOS v23 ist technisch interessant, aber derzeit noch kein regulärer Produktionsstandard.

Welche Sophos Firewall Firmware empfehlen wir aktuell?

Bei einer Firewall ist die Frage nach dem richtigen Firmwarestand komplexer als die Frage nach der neuesten verfügbaren Version.

Ein neues Maintenance Release behebt bekannte Fehler und kann wichtige Sicherheitskorrekturen enthalten. Gleichzeitig verändert jedes Firmwareupgrade ein produktives System.

Abhängig von Hardware, VPNs, HA, Routing, SD-WAN, WAF, RED, veröffentlichten Diensten, Authentifizierung oder älteren Konfigurationen können sich die Auswirkungen eines Updates von Umgebung zu Umgebung unterscheiden.

Deshalb gelten aus unserer Sicht zwei Grundsätze gleichzeitig:

  • Firewalls sollten auf einem aktuellen und unterstützten Firmwarestand gehalten werden.
  • Ein neuer Maintenance-Stand sollte auf geschäftskritischen Systemen kontrolliert und nicht ungeprüft flächendeckend ausgerollt werden.
Unsere aktuelle Empfehlung

Für neu geplante produktive Upgrades ist SFOS v22 MR3 Build 576 derzeit unser bevorzugter Zielstand.

Bei bereits stabil auf v22 MR2 Build 546 laufenden geschäftskritischen Systemen empfehlen wir keinen ungeplanten Sofortwechsel nur aufgrund der Versionsnummer.

MR3 sollte geprüft, in ein geeignetes Wartungsfenster eingeplant und anschließend kontrolliert ausgerollt werden.

Direkt zu den wichtigsten Themen

Unsere Einordnung der aktuellen SFOS-Versionen

Versionsstand Einordnung Unsere Empfehlung
SFOS v22 MR3 Build 576 Aktueller v22-Maintenance-Stand, veröffentlicht am 16.10.2026. Bevorzugte Zielversion für neu geplante produktive Upgrades. Bei kritischen Umgebungen kontrolliert und möglichst gestaffelt ausrollen.
SFOS v22 MR2 Build 546 Vorheriger Maintenance-Stand, seit 14.07.2026 verfügbar und länger im produktiven Einsatz als MR3. Bestehende stabile Installationen können den Wechsel geplant durchführen. MR3 sollte jedoch als nächster Maintenance-Stand vorgesehen werden.
SFOS v22 MR1 / v22 GA Frühere v22-Stände. Nicht mehr als neuen Zielstand auswählen. Upgrade auf einen aktuellen Maintenance-Stand planen.
SFOS v21 / v21.5 Ältere Versionsgenerationen. Wechsel auf einen aktuellen unterstützten Stand planen, sofern keine konkrete technische Abhängigkeit dagegen spricht.
SFOS v23 EAP Early Access Program. Für Labor, Tests und Evaluierung – derzeit nicht unser regulärer Produktionsstandard.

Wer noch aus einer älteren v21-Umgebung kommt, findet in unserem Beitrag Sophos Firewall OS v21.0 MR2 – Ihr Fahrplan fürs sichere Update zusätzliche Hinweise zu älteren Ausgangskonfigurationen und damaligen Upgrade-Themen.

Wichtig:

Sophos empfiehlt Kunden mit v22 und anderen unterstützten SFOS-Versionen, auf v22 MR3 zu aktualisieren und den neuen Maintenance-Stand auf unterstützten Firewalls so bald wie möglich einzuspielen.

Unsere Empfehlung widerspricht dem nicht. Bei geschäftskritischen Systemen verstehen wir „so bald wie möglich“ als das nächstmögliche geeignete Wartungsfenster nach Prüfung der jeweiligen Umgebung – nicht als ungeplanten Sofort-Rollout.

Wir ergänzen die Herstellerempfehlung deshalb um ein risikobasiertes Vorgehen:

prüfen, Wartungsfenster planen, möglichst pilotieren und anschließend kontrolliert ausrollen.

Warum ist SFOS v22 MR3 unsere Zielversion?

SFOS v22 MR3 Build 576 wurde am 16. Oktober 2026 veröffentlicht.

Sophos bezeichnet MR3 als Release mit mehr als 15 wichtigen Korrekturen für Zuverlässigkeit, Stabilität und Sicherheit.

Die vollständigen Release Notes dokumentieren konkret 16 behobene NC-Issues.

Sophos empfiehlt Kunden mit v22 sowie anderen unterstützten SFOS-Versionen ausdrücklich das Upgrade und weist darauf hin, dass unterstützte Firewalls MR3 erhalten sollten, damit aktuelle Security-, Reliability- und Performance-Korrekturen vorhanden sind.

Von welchen Versionen ist MR3 ein unterstütztes Upgrade?

Laut Sophos ist SFOS v22 MR3 ein vollständig unterstütztes Upgrade von den jeweils noch unterstützten Versionen aus:

  • SFOS v22,
  • SFOS v21.5,
  • SFOS v21,
  • SFOS v20.
Herstellerempfehlung und Rollout-Planung sind zwei Ebenen:

Sophos empfiehlt das Upgrade auf MR3.

Die konkrete Durchführung sollte trotzdem zur jeweiligen Kundenumgebung passen. Gerade bei HA, VPN, WAF, RED, MTA oder komplexem Routing sollte vorab geprüft werden, welche Abhängigkeiten bestehen.

Ausgewählte dokumentierte Fixes in v22 MR3

Bereich Von Sophos dokumentierter Fix
IPsec Eingehender IPsec-Traffic konnte nach einem Upgrade auf SFOS v22 GA in bestimmten Konstellationen mit Drittanbieter-Routern nicht funktionieren. NC-177635
Firewall / DNAT SMTP-Traffic mit DNAT konnte nach einem Upgrade fälschlicherweise verworfen werden. NC-180464
RED Nach Reset und erneutem Provisioning einer RED konnten verbliebene RED_DEVICE_DROP-Einträge den Datenverkehr blockieren. NC-181808
Synchronized App Control Wiederholte Änderungen an Anwendungspfaden konnten zusätzliche Application-Filter-Refreshs und hohe CPU-Auslastung verursachen. NC-182635
Firmwarestart Eine fehlende Tabelle in der Signature Database konnte verhindern, dass die Firewall nach einem Firmwareupgrade korrekt startet. NC-183165
E-Mail / Upgrade Ein großer Mail-Spool konnte beim Upgrade auf SFOS v22 MR2 zu einem ungewöhnlich langen Neustart führen. NC-183979
High Availability Nach dem Deaktivieren von HA konnte das Auxiliary-System weiterhin als eigenständiges System arbeiten. NC-186633
High Availability Eine fehlerhafte Zertifikatssynchronisierung auf dem Auxiliary-System konnte WebAdmin und VPN Portal unerreichbar machen. NC-186809
XGS Hardware RJ45-Interfaces konnten an bestimmten Switches intermittierend den Link verlieren und dadurch Netzwerkunterbrechungen verursachen. NC-186075
Praxisbeispiel:

Eine Firewall läuft unter MR2 bislang unauffällig, nutzt jedoch mehrere Site-to-Site-VPN-Verbindungen zu Routern anderer Hersteller.

Wenn MR3 einen genau für diese Konstellation relevanten IPsec-Fix enthält, ist die entscheidende Frage nicht nur „MR2 funktioniert doch gerade“, sondern auch:

Welches bekannte Problem vermeidet der neuere Maintenance-Stand?

Die vollständige Liste aller 16 Fixes finden Sie in den offiziellen Sophos Firewall v22 Release Notes .

Neue Option für Site-to-Site IPsec mit Drittanbieter-Peers

MR3 ergänzt außerdem einen neuen Befehl, mit dem die strikte Policy-Prüfung für Site-to-Site-IPsec-Tunnel in bestimmten Szenarien deaktiviert werden kann.

Das ist relevant, wenn ein Drittanbieter-Peer eine gemeinsame Security Association über mehrere Subnetzpaare verwendet.

Ohne die Anpassung konnte eingehender IPsec-Traffic verworfen werden, wenn dieser nicht der von SFOS erwarteten Security Association entsprach.

Einfach erklärt:

Die Sophos Firewall erwartet, dass ein bestimmtes Subnetzpaar zu einer bestimmten VPN-Sicherheitsbeziehung gehört.

Ein Router eines anderen Herstellers verwendet jedoch dieselbe Security Association für mehrere Netze.

Der Tunnel kann technisch aufgebaut sein, eingehender Datenverkehr aber trotzdem an der strikten Zuordnungsprüfung scheitern.

MR3 stellt für solche Szenarien eine gezielte Anpassungsmöglichkeit bereit.

Wie ist SFOS v22 MR2 heute einzuordnen?

SFOS v22 MR2 Build 546 wurde am 14. Juli 2026 veröffentlicht und ist damit länger im produktiven Einsatz als MR3.

MR2 selbst brachte neue Funktionen und zahlreiche Fehlerkorrekturen innerhalb der v22-Plattform.

Dass MR3 weitere Probleme behebt, bedeutet nicht, dass jede bestehende MR2-Firewall instabil arbeitet.

Einen ausführlichen Überblick über SFOS v22 MR2 Build 546, die enthaltenen Änderungen, Fehlerkorrekturen und unsere damalige Einordnung finden Sie in unserem FAQ zu Sophos Firewall v22 MR2 Build 546 .

Unsere Einordnung für bestehende MR2-Systeme:

Läuft eine produktive XGS mit MR2 stabil, kann der Wechsel auf MR3 in einem geplanten Wartungsfenster erfolgen.

Ein schnellerer Wechsel ist insbesondere sinnvoll, wenn ein aktuelles Security Advisory, ein konkreter Supportfall oder ein für die eigene Umgebung relevanter MR3-Fix dafür spricht.

Warum wir keine starre N-1-Regel empfehlen

Die Regel, grundsätzlich immer einen Maintenance-Stand hinter der neuesten Version zu bleiben, klingt zunächst konservativ.

Bei einer Security-Appliance ist eine starre N-1-Regel jedoch nicht automatisch die sicherste Strategie.

Sophos weist darauf hin, dass nicht dringende Security-Fixes häufig Bestandteil regulärer Maintenance Releases sind.

Wer grundsätzlich dauerhaft einen Stand zurückbleibt, kann deshalb ebenfalls relevante Sicherheits- und Stabilitätskorrekturen verzögern.

Beispiel:

MR2 läuft seit Monaten ohne erkennbare Auffälligkeiten.

MR3 behebt jedoch einen Fehler bei genau den eingesetzten RJ45-Interfaces, dem HA-Verhalten oder einer verwendeten IPsec-Konstellation.

In diesem Fall wäre „wir bleiben grundsätzlich auf N-1“ keine individuelle technische Risikobewertung, sondern lediglich eine starre Versionsregel.

Warum wir neue Firmwarestände kontrolliert ausrollen

Release Notes zeigen, welche Änderungen und Fehlerkorrekturen ein neuer Firmwarestand enthält.

Für die Entscheidung über ein produktives Upgrade reicht die Versionsnummer allein jedoch nicht aus.

In der Praxis unterscheiden sich Sophos-Firewall-Umgebungen erheblich: von einer einzelnen Standalone-Appliance über virtuelle Firewalls bis zu HA-Clustern mit komplexen VPN-, Routing-, WAF-, RED- und Provider-Konfigurationen.

Unsere Erfahrungen und Beobachtungen zeigen dabei ein typisches Bild: Viele Upgrades verlaufen problemlos, während einzelne Konstellationen nach einem Versionswechsel zusätzliche Analyse erfordern.

Solche Fälle sind kein Beweis für einen allgemeinen Fehler einer Firmware.

Sie zeigen aber, warum wir vor allem bei geschäftskritischen Systemen keine pauschale „Update sofort überall“-Empfehlung aussprechen.

Unsere Konsequenz daraus:

Wir bewerten einen neuen Firmwarestand anhand der dokumentierten Änderungen, der konkreten Kundenumgebung und – soweit sinnvoll nachstellbar – anhand eigener technischer Tests in unserer Laborumgebung.

Eigene Laborumgebung als zusätzliche Orientierung

Soweit ein Szenario sinnvoll nachstellbar ist, beziehen wir eigene technische Tests in unsere Bewertung neuer SFOS-Versionen ein.

Dabei betrachten wir beispielsweise:

  • Upgrade- und Bootverhalten,
  • Firewall- und NAT-Regeln,
  • Routing und Netzwerkinterfaces,
  • Site-to-Site- und Remote-Access-VPN,
  • Web- und SSL/TLS-Inspection,
  • Logging und Systemmeldungen,
  • zentrale Verwaltung,
  • und auffällige Veränderungen nach einem Versionswechsel.
Transparenzhinweis:

Ein erfolgreicher Labortest ist keine Garantie für jede Kundenumgebung.

Nicht jede reale HA-, VPN-, WAF-, Routing-, Provider- oder Anwendungskonstellation lässt sich vollständig nachbilden.

Was zeigen erste öffentliche Erfahrungen mit MR3?

Neben den offiziellen Herstellerinformationen beobachten wir auch öffentlich zugängliche Betriebserfahrungen aus der Sophos Community.

Im aktuellen MR3-Feedback-Thread werden bereits mehrere erfolgreiche Upgrades auf SFOS v22 MR3 Build 576 beschrieben.

Im Thread werden unter anderem erfolgreiche Updates eines XGS126-HA-Clusters sowie auf XGS136 und XGS138 genannt. Ein weiterer Nutzer berichtet zudem von erfolgreichen Updates auf XGS88, mehreren XGS108 und einem XGS3300 Active-Passive-Cluster.

Gleichzeitig gibt es dort auch Diskussionen zu bestehenden Problemen einzelner Umgebungen, bei denen nicht eindeutig dokumentiert ist, ob MR3 diese überhaupt adressiert.

Community-Berichte richtig einordnen:

Ein erfolgreiches Update auf einer bestimmten Appliance ist keine Garantie für jede andere Umgebung.

Umgekehrt beweist ein einzelner Problembericht keinen allgemeinen Firmwarefehler.

Öffentliche Erfahrungen sind deshalb ein ergänzendes Praxissignal – kein Ersatz für Release Notes, Supportinformationen oder die Prüfung der eigenen Konfiguration.

Die öffentliche Diskussion finden Sie im Sophos Community Thread: SFOS v22 MR3 – Feedback and experiences .

Warum auch Sophos selbst gestaffelt ausrollt

Sophos verteilt neue Firewall-Firmware ebenfalls nicht unmittelbar gleichzeitig an alle Systeme.

Phase Sophos-Rollout
Soft Release Firmware zunächst manuell verfügbar; typischerweise etwa eine Woche.
Staging Schrittweiser Rollout über typischerweise ein bis vier Wochen. Sophos beobachtet dabei Deployments und Supportfälle.
Available to all Allgemeine Bereitstellung typischerweise zwei bis fünf Wochen nach Beginn des Soft Releases.

Dass eine neue Firmware auf einer einzelnen Firewall noch nicht automatisch angeboten wird, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass mit dem System oder dem Release ein Problem besteht.

Daraus ergibt sich auch für uns ein sinnvoller Grundsatz: aktuell bleiben – aber kontrolliert aktualisieren.

Welche Rolle spielen Sophos Hotfixes?

Sophos Hotfixes sind ein wichtiger Bestandteil der Firewall-Sicherheitsstrategie.

Damit kann Sophos bestimmte dringende oder wichtige Korrekturen auf einen bestehenden Firmwarestand verteilen, ohne dass dafür unmittelbar ein vollständiges Firmwareupgrade notwendig ist.

Automatische Hotfixes aktiviert lassen

Sophos dokumentiert, dass die automatische Hotfix-Funktion standardmäßig aktiviert ist und empfiehlt, sie eingeschaltet zu lassen.

Hotfixes sind versionsspezifisch.

Die Firewall installiert sie so, dass dafür kein vollständiger Neustart erforderlich ist.

In HA-Umgebungen wird ein Hotfix zunächst auf dem aktuellen Primary-System angewendet. Anschließend synchronisiert das Primary mit dem Auxiliary-System, auf dem der Hotfix ebenfalls angewendet wird.

Wie prüfe ich den Hotfix-Status?

Auf der Device Console lässt sich der Status prüfen mit:

system hotfix show

Angewendete Security Updates können außerdem in der Weboberfläche unter Backup & firmware → Hotfix: Security updates nachvollzogen werden.

Ist jeder Hotfix mit einer CVE verbunden?

Nein.

Viele Hotfixes adressieren öffentlich bekannte Schwachstellen und verweisen dann auf ein Sophos Security Advisory.

Sophos dokumentiert jedoch ausdrücklich, dass einzelne Hotfixes auch interne Security-Probleme adressieren können und dann weder eine CVE-ID noch einen öffentlichen Advisory-Link besitzen müssen.

Ersetzt ein Hotfix das nächste Maintenance Release?

Nein.

Hotfixes ermöglichen schnelle Korrekturen, insbesondere bei dringenden Security-Themen.

Nicht dringende Sicherheitskorrekturen können dagegen in reguläre Maintenance Releases einfließen.

Zusätzlich enthalten Maintenance Releases weitere Fehler-, Zuverlässigkeits- und Stabilitätskorrekturen.

Hotfixes reduzieren das Risiko zwischen geplanten Firmwareupdates. Sie ersetzen aber kein kontinuierliches Firmware-Management.

Ist MR2 mit allen Hotfixes automatisch gleichwertig zu MR3?

Nein.

Ein Hotfix korrigiert definierte Probleme.

MR3 enthält darüber hinaus die von Sophos dokumentierten Maintenance-Fixes des neuen Builds.

Deshalb wäre die Aussage „MR2 plus Hotfixes entspricht MR3“ technisch nicht korrekt.

Umgekehrt bedeutet die Veröffentlichung eines neuen Maintenance Releases aber auch nicht, dass eine bis dahin stabil laufende ältere Maintenance-Version am Veröffentlichungstag automatisch unbrauchbar wird.

Vor dem Upgrade: Nicht nur auf die Versionsnummer schauen

Der richtige Zielstand allein garantiert noch kein problemloses Upgrade.

Upgrade-Voraussetzungen im Detail

Gerade bei älteren, virtuellen oder softwarebasierten Sophos Firewalls können vor einem Upgrade auf SFOS v22 zusätzliche Anforderungen an Speicher, Partitionierung oder SSD-Firmware relevant werden.

Typische Hinweise sind beispielsweise die Sophos-Prüfcodes FWDS501 bis FWDS505.

Welche Voraussetzungen gelten und wie sich die einzelnen Meldungen einordnen lassen, erklären wir Schritt für Schritt in unserem FAQ:

Sophos Firewall: Voraussetzungen und Lösungen für das Upgrade auf SFOS 22.0 und höher

Vor einem Versionswechsel sollten Ausgangsversion, Hardware, Ressourcen, Upgradepfad und Konfiguration geprüft werden.

Virtuelle Sophos Firewalls

Gerade bei virtuellen Appliances können neben der SFOS-Version auch Hypervisor, zugewiesene Ressourcen und virtueller Storage relevant sein.

Vor einem Upgrade prüfen wir deshalb unter anderem:

  • den unterstützten Upgradepfad,
  • freien Speicherplatz,
  • CPU- und RAM-Ausstattung,
  • virtuellen Storage,
  • Hypervisor-Kompatibilität,
  • und die vorhandene Firewall-Konfiguration.
Praxisbeispiel:

Eine virtuelle Sophos Firewall wurde vor mehreren Jahren mit einer relativ kleinen virtuellen Disk bereitgestellt.

CPU und RAM können noch vollkommen ausreichend sein, während der für einen neueren SFOS-Stand benötigte Storage zum eigentlichen Upgradeproblem wird.

Deshalb sollte bei einer Virtual Appliance nicht nur der Firmwarestand betrachtet werden.

Hardwaremodell und Dimensionierung

Ein Firmwareupgrade kann auch ein sinnvoller Zeitpunkt sein, die eingesetzte Appliance und deren Leistungsreserven zu überprüfen.

Welche Faktoren bei Benutzerzahl, Bandbreite, SSL Inspection, IPS und Cloud-Nutzung relevant sind, zeigen wir ausführlicher im Beitrag Welche Sophos XGS Firewall ist die richtige? Dimensionierung für Unternehmen .

XG- und SG-Hardware beachten

XG- und SG-Hardware-Appliances werden bereits seit SFOS v21.0 GA nicht mehr unterstützt. Sie können daher auch nicht auf SFOS v22 oder spätere Versionen aktualisiert werden.

Wer noch entsprechende Alt-Hardware betreibt, muss deshalb zunächst die Hardwareplattform beziehungsweise eine Migration auf eine unterstützte XGS-, virtuelle oder Cloud-Plattform in die Upgradeplanung einbeziehen.

Legacy Remote Access IPsec

Die alte Legacy Remote Access IPsec-Konfiguration wird seit SFOS v22 MR1 nicht mehr unterstützt.

Firewalls, die diese Legacy-Konfiguration noch enthalten, können nicht einfach auf MR1, MR2 oder spätere v22-Versionen aktualisiert werden.

Unser v22-MR1-Praxisartikel behandelt die damaligen Änderungen rund um Remote-Access-IPsec und weitere wichtige Upgrade-Hinweise.

Legacy VLAN Tagging auf Bridge-Interfaces

Enthält die Firewall noch Legacy CLI VLAN Tagging auf Bridge-Interfaces, ist ein Upgrade auf SFOS v22 MR2 oder spätere Versionen nicht möglich.

Sophos weist außerdem darauf hin, dass Backups mit dieser Legacy-Konfiguration nicht auf SFOS v22 GA und spätere Versionen wiederhergestellt werden können.

Die Legacy-Konfiguration sollte deshalb vor dem Upgrade gezielt geprüft, entfernt und – falls weiterhin benötigt – über die aktuelle Konfiguration in der Weboberfläche neu umgesetzt werden.

Policy-based IPsec und weitere v22-GA-Änderungen

Seit SFOS v22 GA haben sich verschiedene technische Details bei VPN, NAT, Bridge/VLAN und anderen Netzwerkfunktionen geändert.

Diese Hintergründe haben wir in unserem Beitrag SFOS v22.0 GA: Technische Änderungen und bekannte Fallstricke zusammengefasst.

Unsere Update-Strategie für produktive Sophos Firewalls

1. Security-Hotfixes aktiviert lassen

Damit stehen wichtige Herstellerkorrekturen unabhängig vom nächsten geplanten Wartungsfenster zur Verfügung.

2. Release Notes und Security Advisories prüfen

Nicht nur nach der Versionsnummer entscheiden:

  • Welche Fehler behebt das Release?
  • Ist die eigene Umgebung davon betroffen?
  • Gibt es relevante Security-Hinweise?
  • Existieren Änderungen bei VPN, HA, WAF, RED oder Routing?
  • Gibt es bekannte Upgradeblocker?

3. Backup und Zustand der Firewall prüfen

Vor einem Upgrade empfehlen wir mindestens:

  • aktuelles Sophos-Konfigurationsbackup erstellen,
  • Firmware- und Pattern-Stand dokumentieren,
  • freien Speicherplatz kontrollieren,
  • bestehende Warnungen und Fehler prüfen,
  • bei HA Zustand und Synchronisierung beider Nodes prüfen,
  • kritische VPN-, RED- und WAN-Verbindungen dokumentieren,
  • und den Firewall Health Check berücksichtigen.

4. Pilot statt sofortiger Massenrollout

Wenn mehrere vergleichbare Systeme vorhanden sind, sollte ein neuer Maintenance-Stand nicht zwingend gleichzeitig auf allen Firewalls installiert werden.

Ein möglicher Rollout kann beispielsweise so aussehen:

  1. Labor- oder Testsystem,
  2. weniger kritischer Standort,
  3. vergleichbare produktive Appliance,
  4. weitere Standorte,
  5. besonders sensible HA- oder Spezialumgebungen.

5. Security-Risiko kann das Beobachtungsfenster verkürzen

Ein kritisches Security Advisory kann wichtiger sein als ein übliches konservatives Beobachtungsfenster.

Fordert Sophos aufgrund eines Security-Themas ausdrücklich ein Firmwareupgrade oder betrifft ein dokumentiertes Sicherheitsproblem die eigene Umgebung, muss das Security-Risiko entsprechend höher gewichtet werden.

6. Nach dem Upgrade aktiv testen

Ein erfolgreicher Neustart allein reicht für eine technische Freigabe nicht aus.

Nach dem Update sollten mindestens geprüft werden:

  • WAN- und LAN-Interfaces,
  • Internetverbindung,
  • Firewall- und NAT-Regeln,
  • Site-to-Site-VPN,
  • Remote-Access-VPN,
  • HA-Status und Synchronisierung,
  • RED-Verbindungen,
  • DNS und DHCP,
  • Routing und SD-WAN,
  • Web- und SSL/TLS-Inspection,
  • WAF-Veröffentlichungen,
  • Authentication und SSO,
  • E-Mail/MTA, sofern eingesetzt,
  • Sophos Central beziehungsweise zentrale Verwaltung,
  • Pattern Updates,
  • Log Viewer und Systemmeldungen.
Praxisbeispiel:

Nach dem Upgrade funktioniert der Internetzugang. Die Firewall ist wieder erreichbar und das Dashboard zeigt zunächst keine offensichtliche Störung.

Am nächsten Morgen stellt sich jedoch heraus, dass ein Site-to-Site-VPN-Tunnel zu einer Niederlassung nicht funktioniert.

Deshalb sollte die technische Freigabe nicht bei „Firewall ist wieder online“ enden.

Die tatsächlich geschäftskritischen Funktionen müssen nach dem Upgrade aktiv getestet werden.

Wenn nach einem Update nicht sofort klar ist, welche Komponente eine Störung verursacht, hilft unser Admin-Guide: Sophos Firewall Logs richtig lesen bei der strukturierten Eingrenzung über Log Viewer, CLI und relevante Logdateien.

Wann würden wir von MR2 schneller auf MR3 wechseln?

Situation Unsere Einordnung
Eigene Umgebung ist von einem dokumentierten MR3-Fix betroffen Upgrade zeitnah prüfen und einplanen.
Sophos fordert aufgrund eines Security-Themas ein Firmwareupgrade Sicherheitsrisiko priorisieren.
MR2 läuft stabil und kein MR3-Fix betrifft die Umgebung unmittelbar MR3 geplant und kontrolliert ausrollen.
Neuinstallation, Migration oder ohnehin geplantes Wartungsfenster MR3 als Zielstand prüfen.
Komplexes HA-, VPN-, WAF-, RED- oder Routing-Setup Vorher gezielte Prüfung und möglichst Pilot- oder Testszenario durchführen.

Was ist mit SFOS v23?

SFOS v23 ist technisch besonders interessant und bringt unter anderem:

  • AI-gestützte Administration,
  • eine moderne REST API,
  • vereinfachtes Regelmanagement,
  • Verbesserungen bei High Availability,
  • DNSSEC und DNS over HTTPS,
  • zusätzliche Identity-Funktionen,
  • und ein überarbeitetes WAF-Modell.

Stand dieses Artikels befindet sich SFOS v23 jedoch weiterhin im Early Access Program.

Unsere Empfehlung:

SFOS v23 aktuell für Labor, Tests, Evaluierung und Upgrade-Vorbereitung einsetzen – nicht als regulären Standard für geschäftskritische Produktivsysteme.

Alle derzeit bekannten Neuerungen, Einschränkungen und Upgrade-Hinweise haben wir in unserem ausführlichen Beitrag Sophos Firewall v23: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick zusammengefasst.

Wichtig für Tester: Von SFOS v22 MR3 ist aktuell kein direkter Wechsel auf v23 EAP1 vorgesehen.

Diese Einschränkung betrifft den derzeitigen Early-Access-Pfad und sollte nicht ohne die spätere GA-Upgrade-Matrix auf die finale v23-Version übertragen werden.

Häufige Fragen zur empfohlenen Sophos-Firewall-Version

Ist SFOS v22 MR3 aktuell unsere Empfehlung?

Ja.

Für neu geplante produktive Upgrades ist MR3 Build 576 derzeit unser bevorzugter Zielstand, sofern die jeweilige Umgebung und der Upgradepfad dazu passen.

Empfiehlt Sophos selbst den Wechsel auf MR3?

Ja.

Sophos empfiehlt Kunden mit v22 und anderen unterstützten SFOS-Versionen ausdrücklich das Upgrade auf MR3.

Sollte ich eine stabile MR2-Firewall sofort auf MR3 aktualisieren?

Sophos empfiehlt das Upgrade auf MR3.

Bei einer stabil laufenden, geschäftskritischen MR2-Firewall kann der Wechsel aus unserer Sicht kontrolliert innerhalb eines Wartungsfensters erfolgen.

Ist die eigene Umgebung von einem mit MR3 behobenen Fehler betroffen oder besteht ein relevantes Security-Thema, spricht dies für einen schnelleren Wechsel.

Ist MR2 aktuell sicher?

Das lässt sich nicht allein anhand der Versionsnummer beantworten.

Entscheidend sind unter anderem:

  • der tatsächlich installierte Build,
  • angewendete Security-Hotfixes,
  • aktuelle Sophos Security Advisories,
  • bekannte Fehler des Firmwarestands,
  • und die geplante weitere Firmwarepflege.

Sind Hotfixes genauso gut wie ein Firmwareupgrade?

Nein – beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Hotfixes können dringende Probleme schnell adressieren.

Maintenance Releases bündeln zusätzlich weitere Sicherheits-, Stabilitäts- und Fehlerkorrekturen.

Sollte man grundsätzlich immer N-1 einsetzen?

Nein.

Ein bewusst verzögerter Rollout kann für kritische Systeme sinnvoll sein.

Eine starre N-1-Regel berücksichtigt jedoch nicht, welche Security- und Fehlerkorrekturen das jeweils neuere Maintenance Release tatsächlich enthält.

Wann sollte ein neues Maintenance Release schneller installiert werden?

  • wenn ein eigener Fehler damit nachweislich behoben wird,
  • wenn Sophos aufgrund eines Security-Themas ein Upgrade empfiehlt oder verlangt,
  • wenn der bisherige Stand nicht mehr ausreichend unterstützt wird,
  • oder wenn eine benötigte Funktion oder Kompatibilität erst im neuen Stand vorhanden ist.

Sind öffentliche Community-Erfahrungen ein Beweis für Stabilität?

Nein.

Sie können wertvolle Hinweise liefern, wie sich ein Release in unterschiedlichen Umgebungen verhält.

Sie ersetzen jedoch weder die offiziellen Release Notes noch eine Prüfung der eigenen Konfiguration.

Fazit: MR3 ist das Ziel – kontrolliert statt hektisch

Für eine Firewall zählt nicht, ob die Versionsnummer möglichst hoch ist.

Entscheidend ist, dass Security-Fixes berücksichtigt, bekannte Fehler bewertet und Firmwareupdates kontrolliert durchgeführt werden.

Sophos empfiehlt aktuell SFOS v22 MR3 Build 576.

Aufgrund der dokumentierten Korrekturen ist MR3 auch aus unserer Sicht der sinnvollste Zielstand für heute neu geplante v22-Upgrades.

Gleichzeitig ist MR3 zum Stand dieses Artikels erst seit dem 16. Oktober 2026 verfügbar.

Bei geschäftskritischen Installationen empfehlen wir deshalb einen kontrollierten Rollout statt eines ungeprüften flächendeckenden Sofortupdates.

Kurz gesagt:

Neu geplantes Upgrade:
v22 MR3 als Ziel.

Stabile bestehende MR2:
MR3 geplant und kontrolliert einführen.

Relevanter MR3-Fix oder Security-Thema:
Upgrade entsprechend höher priorisieren.

Hotfixes:
aktiviert lassen – sie ersetzen kein kontinuierliches Firmware-Management.

v23 EAP:
testen und evaluieren, derzeit nicht als regulären Produktionsstandard einsetzen.

Offizielle Sophos-Quellen

Ergänzende Praxiseinordnung

Unsere Quellenbewertung:

Technische Aussagen zu Versionen, Fixes, Upgradepfaden und Hotfixes stützen wir vorrangig auf Sophos Release Notes und offizielle Produktdokumentation.

Öffentliche Betriebserfahrungen aus der Sophos Community nutzen wir ergänzend für die Praxiseinordnung, nicht als Ersatz für Herstellerinformationen.

Eigene technische Erfahrungen und Labortests fließen ergänzend in unsere betriebliche Bewertung ein.

Die als „unsere Empfehlung“ gekennzeichneten Aussagen sind unsere technische Einordnung für einen kontrollierten Produktiveinsatz.

Upgrade vorab prüfen oder technisch begleiten lassen?

Sie sind unsicher, ob SFOS v22 MR3 für Ihre Sophos Firewall bereits der richtige Zielstand ist?

Wir unterstützen Sie bei der Prüfung Ihrer bestehenden Umgebung vor dem Upgrade .

Dabei können wir unter anderem berücksichtigen:

  • aktuellen Firmwarestand und Build,
  • unterstützten Upgradepfad,
  • Hardwaremodell oder virtuelle Appliance,
  • Systemressourcen und Speicherplatz,
  • HA-Konfiguration,
  • Site-to-Site- und Remote-Access-VPN,
  • WAF und veröffentlichte Dienste,
  • RED-Verbindungen,
  • Routing und SD-WAN,
  • Legacy-Konfigurationen und bekannte Upgradeblocker.

Auf Wunsch begleiten wir auch die Durchführung des Firmwareupdates.

Sollte während oder nach dem Upgrade ein Fehler auftreten, unterstützen wir bei Analyse, Logauswertung und Troubleshooting.

Für eine strukturierte Vorabprüfung kann zusätzlich ein Sophos XGS Health Check sinnvoll sein.

Unternehmen, die für Störungen ihrer Sophos-Umgebung zusätzlich definierte Reaktionszeiten wünschen, finden weitere Informationen in unserem Beitrag UTMshop Care: SLA-basierter Fehlersupport für Sophos Firewalls .

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Kontakt

ist seit über acht Jahren als Network Security Engineer bei der ito consult GmbH / UTMshop tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf Sophos Central, Endpoint, XDR, MDR und Sophos Firewall. Er ist unter anderem für Sophos Central Endpoint, Sophos XDR und Sophos Firewall zertifiziert.

Zertifizierung:

  • Sophos MDR Sales Consultant
  • Sophos Firewall Sales Consultant
  • Sophos Central Sales Consultant
  • Sophos Central Engineer
  • Sophos Central Technician
  • Sophos Central Architect
  • Sophos Firewall Engineer
  • Sophos Firewall Technician
  • Sophos Firewall Architect